Google-Business für Zahnarztpraxen: die 7 häufigsten Fehler
Ein gepflegtes Unternehmensprofil ist einer der effektivsten Hebel für mehr Patientenanfragen. Welche Fehler kosten Sie täglich Sichtbarkeit und wie kann man sie vermeiden? Wir sagen's Ihnen.
Warum das Profil so viel Gewicht hat
Für die meisten Zahnarztpraxen ist das Google-Unternehmensprofil der wichtigste digitale Kontaktpunkt, sogar noch vor der eigenen Website. Wer hier lokal sucht, entscheidet innerhalb von Sekunden, ob er anruft oder weiterscrollt. Umso ärgerlicher, dass viele Profile mit vermeidbaren Fehlern wertvolle Sichtbarkeit verschenken.
Google zeigt lokale Ergebnisse prominent an: Kartenausschnitt, Öffnungszeiten, Bewertungen und Anfahrt und das alles noch über den klassischen Suchtreffern. Ein vollständig gepflegtes Profil erhöht nicht nur die Klickrate, sondern auch das Vertrauen, bevor Patienten überhaupt Ihre Website besuchen.
Die häufigsten Fehler
Diese Punkte sehen wir in der Praxis immer wieder:
1. Falsche oder zu wenige Kategorien
Die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Rankingfaktor, der aktiv beeinflussbar ist. Viele Praxen stehen auf „Zahnklinik“ statt „Zahnarzt“ oder haben eine einzige Kategorie hinterlegt, obwohl sie Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Kinderzahnheilkunde anbieten. Nebenkategorien öffnen zusätzliche Suchanfragen, sollten aber nur gesetzt werden, wenn die Leistung tatsächlich angeboten wird. Die verfügbaren Bezeichnungen ändern sich, deshalb immer direkt im Kategorie-Auswahlfeld prüfen statt aus dem Gedächtnis. Ein Nebeneffekt, den kaum jemand kennt: Die Kategorie entscheidet mit, welche Funktionen (etwa Terminbuttons oder bestimmte Attribute) überhaupt freigeschaltet werden.
2. Keywords im Praxisnamen
„Zahnarztpraxis Dr. Müller | Implantologie & Zahnersatz Köln“ ist ein Richtlinienverstoß, wenn der Zusatz nicht der real geführte Name ist. Das Risiko ist nicht theoretisch, Wettbewerber melden so etwas und im schlimmsten Fall wird das Profil gesperrt. Der Name muss dem entsprechen, was am Praxisschild und im Impressum steht. Wenn der Zusatz offiziell Teil des Namens ist, ist er zulässig. Generell sollten die NAP-Angaben (Name, Adress, Phone) in allen Einträgen konsistent sein.
3. Unternehmensbeschreibung leer oder als Keyword-Feld missverstanden
750 Zeichen stehen zur Verfügung, sichtbar sind aber nur die ersten rund 250, bevor abgeschnitten wird. Die Beschreibung ist kein wichtiger Faktor für das Ranking, aber beeinflusst das Vertrauen und damit die Entscheidung des Profilbesuchers. In die ersten zwei Sätze gehört deshalb, was die Praxis von der Praxis zwei Straßen weiter unterscheidet: Schwerpunkt, Behandlungsatmosphäre, Sprachen, Angstpatienten, Barrierefreiheit. Keine Superlative („beste Praxis der Region“), keine Preise, keine Links, das verstößt gegen die Google-Richtlinien und bei Spitzenstellungsaussagen zusätzlich gegen das UWG, wenn nicht eindeutig belegbar.
4. Leistungen und Attribute nicht gepflegt
Der Leistungsbereich ist ein eigenes Feld und wird fast immer übersehen. Hier gehören Professionelle Zahnreinigung, Implantologie, Bleaching, Wurzelbehandlung und so weiter mit je einer kurzen Beschreibung hinein. Dazu die Attribute wie barrierefreier Zugang, Parkplatz, Termin online buchbar. Unser Geheimtipp sind die Produkte: Hier kann man die Leistungen prominent mit Bild, kurzer Beschreibung und Link auf die eigene Leistungsseite der Website gekonnt inszenieren.
5. Keine, veraltete oder rechtlich riskante Fotos
Stockfotos mit Models im Zahnarztstuhl erkennen viele Patienten auf den ersten Blick. Was funktioniert, sind echte Aufnahmen von Empfang, Behandlungszimmer, Team und Außenansicht mit Wiedererkennungswert für die Anfahrt. Wichtig für Praxen: Vorher-Nachher-Bilder von rein kosmetischen Behandlungen sind nach § 11 Abs. 1 Satz 3 HWG abmahnbar, und das gilt auf dem Google-Profil genauso wie auf der Website.
6. Bewertungen unterschätzt
Bewertungen sind auch ein ganz wichtiger Punkt eines jeden Google Profils. Die Anzahl sowie die Bewertungshöhe sind mitentscheidend für ein erfolgreiches Unternehmensprofil und beeinflussen das Ranking. Es gibt verschiedene Strategien um mehr Bewertungen zu bekommen, wie zum Beispiel mit der Bereitstellung von „Bewertungskärtchen“ mit QR-Code, die die Hürde Ihrer Patienten eine Bewertung abzugeben mindern. Zudem sollte man die Bewertungen auch beantworten, da die Antworten selbst auch einen Einfluss auf das Ranking haben.
7. Öffnungszeiten und Sonderzeiten nicht gepflegt
Der Klassiker, gerade an Feiertagen, in den Sommerferien und bei Fortbildungsschließungen. Google blendet bei fehlenden Sonderzeiten teilweise Hinweise ein, dass die Zeiten möglicherweise abweichen, und das kostet Anrufe. Dazu gehört auch: Wenn die Nachrichtenfunktion aktiviert ist, muss jemand antworten. Ein Profil mit langer Reaktionszeit ist schlechter als eines ohne Chatfunktion.
So holen Sie das Maximum heraus
Die gute Nachricht: Jeder dieser Punkte lässt sich mit recht überschaubarem Aufwand beheben. Die begehrenswerte Wirkung ist oft schon nach wenigen Wochen sicht- und messbar. Einmal richtig zeitgenommen und ausführlich aufgesetzt, benötigt man nur wenige Minuten in der Woche, um das Profil laufend aktuell zu halten. Dazu gehört ein regelmäßiger Rhythmus: Bilder aktualisieren, Bewertungen akquirieren und zeitnah beantworten und die Leistungen sauber pflegen. Auch sonstige Änderungen, wie die Öffnungszeiten, sind einfach aktuell zu halten. Wenn Sie nicht sicher sind, was zu tun ist, oder Sie zum Beispiel zu wenige Bewertungen haben und nicht wissen, wie Sie mehr bekommen können, kontaktieren Sie uns gerne.